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Motorradreisen in Südamerika

Tour 4: Paraguay, Peru und Chile - Urlaub in zwei Versuchen....

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Plaza de Armas in Arequipa Peru mit Andengebirge im Hintergrund

Reiseverlauf: 

Von La Paz nach Paraguay und retour 

Anfang Januar 2005: Es sollte unsere letzte Tour werden. Wir wollten es warm und wollten durch den Chaco nach Paraguay. Wie immer Abfahrt La Paz, runter nach Cocha, dann über Santa Cruz und danach dann aber links ab in den Dreck.

Dieser Weg gilt als der vielleicht einer der bösesten in dieser Region. Ich traf einmal den Christoph, dem dort im tiefen Sand die Kupplung verschmorte. „Tu das nie!“ hatte er mir damals in Santiago erzählt. Aber nach nun so vielen Jahren, wollte ich es wissen.

Wir fuhren rein, fragten nach den Grenzern Boliviens, hörten stetig ein „die sitzen an der Grenze“ und fuhren durch den schlimmsten Matsch, der sich denken läßt.  

Total fertig kamen wir nach Stunden (es sind nur 150km) an die Grenze Paraguays, wo es – wie konnte es anders sein – keine bolivianischen Zöllner gab. Also alles retour durch all den Matsch. Wo man den Ausreisestempel erhalten hätte, weiß ich bis heute nicht zu sagen. Ich weiß nur: Dies ist mit Abstand das Schlimmste, was ich je machte!!! Mein Rat lautet deswegen: „Nur bei absoluter Trockenheit!!!“

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...und da sollen wir durch???????

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Straßenblockaden - nach Stunden des Wartens drehten wir um!

Wir fuhren danach Richtung La Paz, die Schnauze gestrichen voll und reichlich fertig, um hinter Santa Cruz in eine Blockade zu geraten (unser Präsident Carlos Mesa hatte den Spritpreis erhöht und wenn dem Bolivianer was nicht paßt, dann blockiert er). Also wieder zurück nach SC und nach drei Tagen des Abwartens – endlich – nach Hause. 

Drei Wochen später gedachten wir unsere restlichen zwei Wochen (zehn Tage waren ja nun schon futsch für nix) für einen Trip nach Peru zu nutzen.

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Das sieht man oft - Schafstransporte

Reiseverlauf: 

Von La Paz nach Peru

Morgens über Desaquadero nach Peru und dann 42 km hinter Puno in Juliaca nach links (denn nur diese Piste ist geteert!). So kamen wir am späten Nachmittag im warmen Arequipa an. Die Anden hier zu überqueren, kam mir langweiliger vor, als über Tambo Quemado nach Chile zu fahren. Kann aber auch daran liegen, daß die AT nicht gut lief Der Eingang zu Arequipa verläuft durch „Ciudad de Dios“ (Gottes Stadt) – es ist nicht mehr, als abgestecktes Land ohne jede Menschenseele – wenig schön....

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...und ewig schattig sind die Anden...

Dafür ist es das Zentrum Arequipas. Zugegeben, die etwas kleinere Variante in Cuzco mag ich lieber. Viel lieber mag ich dort (man glaubt es nicht!), daß ich nicht von jedem Dussel mit „Mister, Mister“ angequatscht werde. Dieses „wie gehe ich dem Touri auf die Nerven“ ist in Arequipa in einer Form vorhanden, wie ich es hier in Latinoland noch nicht erlebt habe.

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auch immer schön - die plaza bei Nacht

Wir besuchen das Kloster Santa Catalina de Siena. Ein Highlight! Das Kloster liegt mitten in der Stadt und ist groß – sehr sehr groß! Es hat eigene Straßen und viele Häuser, wo dereinst so viele Nonnen lebten, daß ein Papst sich genötigt sah, auf viele Jahre weitere Aufnahmen zu verbieten. Gegründet wurde es 1579 (die Spanier waren erst 40 Jahre in Arequipa) von der Tochter eines Conquistadors, die nach kurzer kinderloser Ehe Witwe wurde und mit ihrem Vermögen das Kloster gründete, in das sie selber mit einer Dienstmagd zog. Im frühen Peru wurde es bald zur Mode, die zweite Tochter dorthin zu geben. Man gab ihr eine Dienstmagd mit und man konnte sie „versorgen“ durch in die Außenwand eingebaute Drehzylinder. Denn es galt ein Schweigegelübde und einmal eingetreten, kam keine Nonne jemals in die Außenwelt zurück. Wir hatten einen Reiseführer, der von dem „Luxus in diesem Kloster“ sprach. Zugegeben wurde es irgendwann untersagt „mehr als eine Dienstmagd mit ins Kloster zu nehmen“ – aber Luxus? Für diese Töchter der Oberschicht war es sicherlich ein entbehrungsreiches Leben auch wenn es Mangel wohl nicht gab.

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Ansicht des Klosters Santa Catalina

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Grundriß des großen Geländes das ummauert in der Stadt liegt

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das ehemalige Lebezimmer einer Nonne

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und die dazugehörende Küche im Freien

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Eine der Straßenkreuzungen im Kloster

Der Besuch dieses Klosters, man geht einen langen abgesteckten Weg durch die gesamte Anlage, ist eine Reise durch die Zeit. Es dauert, so man nicht hindurchsaust, Stunden. Wir brauchten etwa fünf und wir hätten noch länger drin bleiben können. Am Liebsten wäre ich die Runde noch einmal gelaufen! Zuviele Besucher gab es nicht, aber erstaunlich viele derer, die wir hörten, sprachen deutsch.

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Das ist der Ekeko - im Hochland hat er einen eigenen Feiertag

Nicht weit weg von Arequipa liegt der Ort „Toro Muerto“, wo es Felszeichnungen gibt. Ich rate davon ab, hierher zu fahren. Es ist schwer zu finden und schwer zu erreichen. Hat man aber dieses geschafft und zahlte im Eintrittsgebäude seinen Eintritt, darf man nur zu Fuß rein. „Rein“? Wo rein? Da hängt ein Plan, der nicht stimmt. Es gibt keinerlei Hinweise, wo was zu finden ist. Nachdem wir eine Stunde vergeblich suchten in gleißender Sonne, gingen wir retour. Eine Reisegruppe kam uns entgegen – im Bus! Zurück an der Zahlstelle hieß es, man müsse etwa eine Stunde laufen bis zu den Fundstellen und ohne Führer darf man nicht reinfahren – ein echter Beschiß! Wir fuhren retour nach Arequipa.

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Enrique, Ann, ich und Manolo bei einem unserer Ausflüge

Die AT lief nun extrem schlecht, hielt kein Standgas und während Ann zur Info der Touris lief, stand ich mit Moto an der Plaza de Armas, wo mich Manolo und Enrique ansprachen. „Do you need help?“ Warum eigentlich nicht, dachte ich und erklärte, daß mein Moto nicht sauber laufen würde, wo ich dachte, der Fehler sei und ob sie nicht eine Werkstatt wüßten, der zu trauen wäre. Sie fingen beide fürchterlich an zu lachen, da ich sie so unerwartet mit Spanisch zuwarf und wir wurden schnell sehr gute Freunde.

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und jeder wollte ein Foto von sich auf der bepackten AT

Während ich auf sie wartete, kamen einige Jungs und fragten, ob sie wohl ein Foto mit der AT machen dürften. „Darf ich auch mal rauf?“ fragte schließlich einer mutig, danach mußten alle noch ein Foto machen und acht Fotos später zogen sie glücklich davon. Kurz darauf kamen Manolo und Enrique wieder, brachten uns zu einem guten Mechaniker und besorgten uns einen wirklich schönen und bezahlbaren Platz zum Bleiben.

Der womöglich einzige Mechaniker, der sich mit „großen Maschinen“ dort auskennt, ist:

Oscar Flores Pinto, Calle Puno 621, Miraflores, Arequipa, Tel:285241

Ich war mit dem Mann und seinem Preis sehr zufrieden! Wer es nicht findet, frage in Arequipa irgendeinen Motorradfahrer „Donde esta Oscar?“ Manolo meinte, daß dort jeder den Oscar kennt.

Unsere Bleibe war das:

Queens Villa Hotel (3 Sterne), Andrez Martinez 111, Vallecito

Supernettes Personal, perfekte Lage, Pool und kostenloses Internet im Haus. Kostenintensivere Bungalows und sauberste Zimmer mit Bad im Haus (hatten wir für 70 Soles), Frühstück extra. Vorsicht: böse kleine Mücken im Gras des wunderschönen Gartens (Pfauen und Papageien). Liegt immer noch zentral und ist eine Oase der Ruhe! Das Foto unten ist Link zum Hotel!

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Im Garten am Frühstückstisch im Queens Villa (klick Foto für Link)

Nach weiteren Tagen lud uns Enrique fürs Wochenende in das Ferienhaus seiner Familie in Mollendo ein – Gund genug uns auf den Weg zu machen. 140km später ist man unten. Ist Mollendo schön? Nein! Aber die Arequipenos haben nichts anderes. Der Himmel ist ewig bedeckt und das Meer ist rauh und kalt. Trotzdem genossen wir unsere Tage dort sehr. Wir wohnten in einer simplen Anlage „Arizona“ auf dem weg zwischen Mollendo und Mejia, das Zimmer oben links hat diesen spektakulären Ausblick und man schlummert ein zum Lied der Brandung.

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und es kracht Tag und Nacht - Brecher am Strand von Mollendo

Uns gefällt zwar Küste, aber dieser ewig bedeckte Himmel kann schon auf die Nerven gehen. Dennoch verbrennt einen die Sonne schnell und ordentlich. Nach einigen Tagen brechen wir auf nach Chile zu fahren (hatte Iquique nicht blauen Himmel). Der Weg führt durch Wüste, die dann und wann von extrem grün wirkenden Tälern durchzogen ist, dann wieder entsetzlich trostlos ist. Dies ist die Panamerikana – die Traumstraße der Welt. Wer hat sich das nur ausgedacht?

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Wer in Iquique ein Problem hat - bei Daniel könnte es gelöst werden

An der Grenze darf ich mal wieder korrupte Zöllner erleben. Allerdings sind sie das nur, wenn du mit ihnen allein bist und so manche Taktik hört sich so verzweifelt schlecht an, daß ich Mühe habe ernst zu bleiben. In Chile gibt es derlei nicht. Die Leute sind korrekt. Im Papierkram sind sich aber alle einig und diese Grenze ist stark frequentiert. Auf Seiten Chiles geht es durch ein bedecktes Arica und dann weiter nach Iquique, wo in der Tat der Himmel blau wird. Der Fehler im Moto wird aber so schlimm, daß ein höheres Drehen als 4.500 U/min nicht geht. Wir nehmen schnell ein Zimmer, das wir gleich am nächsten Tag gegen ein besseres tauschen. Iquique ist ausgebucht und teuer. Aber wir finden ein einfaches nettes Zimmer für 30 USD und bleiben dort. Peru ist billiger. Das Moto bringen wir zu Daniel der an der Kreuzung 21 de Mayo und J. Perez seine Werkstatt hat. Schon nach drei Stunden ruft er an „Fehler gefunden!“ – aber Pustekuchen! Eine Probefahrt zeigt mir schnell, daß es das nicht war. Ich frotzel ihn also an von wegen seiner schnellen sauberen Arbeit. Am nächsten Tag hat er den Fehler wirklich gefunden. Es war ein loser Kontakt am Seitenständer, der bei höheren Vibrationen an Masse kam und kontaktete. Ich bin begeistert mit einem perfekten Moto heimfahren zu dürfen und gebe deswegen diese Adresse hier weiter. 

Einige Tage später geht es heim.

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Iquique - ein Blick zurück

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