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Motorradreisen in Südamerika
Eine Rundreise durch Bolivien
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Die "Todespiste" - Abfahrt in die Yungas Richtung Rurre

Reiseverlauf:

Nach Rurrenabaque

Wir dachten es wäre schlau im September zu fahren, denn da gibt es mit Sicherheit keinen Regen. Von La Paz gehen wir auf die bekannte Piste und fahren über Coroico und Caranavi in eineinhalb Tagen nach Rurrenabaque. Die Fahrt ist gewohnt spektakulär, aber das kennen wir schon. In Rurre wollen wir einen Trip in die Pampa machen und besuchen deshalb zuerst die dortige Information. Wir entscheiden uns zu fliegen, da die Alternative zu 15 bis 20 Minuten Flugzeit eine vier stündige Jeepfahrt wäre mit anschließender drei Stunden Reise im Boot. So kann man in zwei Tagen das sehen, was sonst drei oder vier Tage braucht.

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Flughafen in Reyes - der Flieger wartet schon

Zugegeben, Fliegen kostet 50 USD den Tag, aber wieviel schöner und streßfreier ist es schnell am Ziel zu sein. Wir buchten unseren Trip mit der Reiseagentur "Amazonía" und waren sehr zufrieden. Mit uns war nur ein anderes Paar und da man mit dem Flugzeug tiefer in die Pampa reinkommt, trafen wir nicht ein einziges Mal auf andere Touristen.

Während des Fluges, sahen wir zum ersten Mal, wie sehr der Rauch in der Luft hing. Im September werden alle Flächen in Brand gesetzt und zwar in weiten Teilen Brasiliens und Boliviens. daran hatten wir nicht gedacht! Aber hier ging es und nach 20 Minuten landeten wir irgendwo auf einer Buschpiste, bezogen unsere Quartiere und fuhren bald drauf mit dem Boot den Fluß hinauf und hinunter. Wir sahen viele verschiedene Vogelarten, verschiedene Affen, Kaimane und Alligatoren, Wasserschweine (Capivaras) und Flußdelphine.

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Fliehende Wasserschweine

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Ein toter Kaiman und Aasvögel

Leider ist unsere Digitalkamera ohne großes Zoom, so daß ich die meisten der Tiere nicht fotografieren konnte. Tukane und Papageien, aber auch Affen oder Gürteltiere wollten mich nie nah genug rankommen lassen. Dennoch die Erfahrung war unglaublich. Eine Situation war, daß ein Wasserschwein ins Wasser sprang und wir schon dachten, wir könnten es schwimmend fotografieren. Pustekuchen! Es tauchte unter unserem Boot hindurch und kam lustig auf der anderen Flußseite wieder zum Vorschein.

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Auch scheu, aber zuweilen reaktionslahm - Alligatoren

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Baden mit Flußdelphinen

Mein persönliches Highlight war das Schwimmen im Fluß mit den Delphinen. Ich dachte noch beim Buchen der Reise "ob wir die wohl sehen?" - es gibt viele. Sie schwimmen in kleinen Gruppen und man trifft sie permanent. Am Abend sprangen wir dann hinein in den Fluß getreu dem Motto "Piranhas, Alligatoren und Kaimane beißen nicht!" und schwammen zu den Delphinen. Diese verspielten Geschöpfe ließen sich nicht lange bitten und stupsten uns unter Wasser immer wieder an. Ich hoffe jedenfalls, daß es die delphine waren, denn sehen konnte man in der braunen Brühe nichts.

Es hat auch Vorteile im September. Durch die Trockenzeit bedingt, spielt sich alles Leben eng gedrängt am Fluß ab und man sieht reichlich Tiere. 

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Miguel spielt Flamencos - in Tarija

Eigentlich wollten wir auf der weiteren Fahrt die Chiquitania mit den den Jesuitenreduktionen besuchen, aber der Qualm wurde immer dichter. Bis Trinidad war es zu ertragen, aber danach wurde es entsetzlich. Wir konnten zuweilen nur noch 150 Meter sehen und der Qualm biß in die Augen. "Wie lange ist es so?" fragte ich einen Polizisten, "Bis es regnet!" war seine Antwort. Nach Regen sah es aber nicht aus. Ich rate dringend davon ab, im September diese Tour zu machen. Wir waren eigentlich zwei Tage nur auf der Flucht und besser wurde die Luft erst, als wir Santa Cruz erreichten. Was haben wir uns geärgert, nicht in der Chiquitania gewesen zu sein. 

So kamen wir zu früh zu unseren Freunden in Tarija, die extra für uns einen feucht-fröhlichen Abend organisiert hatten. Wunderbar ist besonders dabei zu sein, wenn einer zur Gitarre greift und alles anfängt mitzusingen. Keine Frage, Tarija ist mein Lieblingsort in Bolivien! 

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unter Freuden - in Tarija

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getanzt wird, wo Platz ist - chunchos in Tarija

Auch in Tarija gibt es zuweilen Straßensperren, allerdings nur dann, wenn die Chunchos (sprich: Tschuntschos) tanzen. Sie tanzen kilometerweit auf den Straßen und bekommen in jeder kleinen Ansiedlung einen Tisch mit Chicha (hausgemachtes Maisbier) hingestellt. Es sind nur Männer, die zu Ehren eines Heiligen tanzen, der dereinst in Tarija lebte.

Ein Geheimtipp um Tarija ist "la casa vieja" (das alte Haus). Es handelt sich um eine kleine Winzerei im "valle" (von Tarija fahre auf der Straße nach Bermejo etwa 13 km, dann geht es rechts ab nach Concepcion, dort fragen). Dort gibt es vor allem sueßen Wein (port), der zur Probe reichlich ausgeschenkt wird. Eine jede Flasche Wein kostet 1 Euro.

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La casa vieja - hier wird Wein gemacht - Concepcion (Tarija)

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Auf dem Weg von Tarija nach Tupiza

Viel zu schnell verging die Zeit und so verlassen wir Tarija und fahren Richtung Tupiza. Es geht hinauf in die Berge und auf dem Weg nach Camargo biegt man irgendwo links ab, um auf den wohl gefährlichsten Weg einzubiegen, der mir in Bolivien bekannt ist. Wow! Über Stunden windet sich der Weg immer höher hinauf. Viele Kurven sind uneinsehbar und die Abgründe neben der Straße sind unbeschreibbar. Damit hatten wir nicht gerechnet. Menschenleere Gegenden und permanenter Blick. Trotzdem, wer schauen will, hält besser an. Fahrfehler sind tödlich!

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Hinter Tupiza, auf dem weg nach Uyuni

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Auf der Piste - von Tupiza nach Uyuni

Weshalb habe ich nur so wenig Bilder gemacht? Weil ich immer anhalten mußte? Ähnliches schon sah? Tupiza ist ein langweiliger Ort, von dem man schöne Wanderungen machen kann. Wir aber fahren nach einer Nacht dort sofort weiter. Der Weg nach Uyuni zieht sich unglaublich! Und man will ja auch ankommen! Kaum Verkehr und eine einzige Wüstenei. Am Nachmittag aber haben wir es geschafft. Wir erreichen Uyuni, das genau so trostlos ist wie Tupiza. Paarunddreißig Kilometer weiter kommen wir dann an eine Mautstation und gleich dahinter ist links die Zufahrt in den Salar.

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Endlich da - Der Salar de Uyuni!

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Auf dieser Seite einsam, auf der anderen hunderte Touris

Nahezu allein sind wir, so scheint es. Wir halten uns erst an die Spuren im Salz, halten aber bald auf eine der vielen Inseln zu, die trotz Vollgasfahrens nicht näher kommen will. Dies soll doch wohl die Insel der Fischer sein. Wir machen ein Foto und fahren herum. Dort, auf der Rückseite ist eine Herberge und es stehen etwa 5 große Busse und 20 PKW dort. Ich frage einen der Chauffeure, der mir sagt, daß die Fischerinsel jene am Horizont sei und daß dort niemand wäre. Und tatsächlich sind wir dort allein - so ein Glück.

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Isla de los pescadores (auch: Isla de los pescados)

Irgendwann sind wir dann da, auf der Fischerinsel, die auch Fischinsel genannt wird. Von beiden gibt es hier nichts. Auf der Insel sieht man zuweilen ein Viscacha, aber da muß man schon ruhig sein. Wir genießen dieses unglaubliche weite Weiß und die Ruhe. Dieser Moment ist einmalig! Aber wir müssen wieder los und fahren vorbei an den vielen Salzhotels, raus aus dem Salar und nach einer Nacht im Zelt nach Hause - nach La Paz. Dort zeigt der Kilometerzähler 4.300 km mehr an.

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Ein letzter Blick zurück in die Weite

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